1988 – Forensischer Vergewaltigungsnachweis wird irrelevant

In der Kriminalforschung der 80er Jahre gab es ein forensisches (gerichtlich relevantes) Verfahren zur Feststellung von Spermaspuren bei fehlenden Spermazoten.
Man hatte einen Verdacht, aber keine Spermien und wollte mit diesem Verfahren nachweisen, ob Spuren männlicher Flüssigkeiten vorhanden sind.

Ein Enzymtest wurde auf saure Phosphatase-Werte angewandt, um statt Spermien Prostatasekret zu identifizieren und dadurch einen Vergewaltigungsbefund zu erhalten.
Das heißt, hatte die Frau Prostataflüssigkeit in ihrem Schlüpfer, hat man angenommen, das diese Flüssigkeit männlichen Ursprungs war.

Dr. Milan Zaviačič konnte nachweisen, dass diese Prostataflüssigkeit auch „ausschließlich weiblichen Ursprungs“ sein kann, „ohne dass ein Mann irgendwie daran beteiligt ist.“

Die Belege erbrachte er mit

weiblichem Ejakulat

und

länger als 24 Stunden getragenen Frauenschlüpfern.

So konnte Zaviačič belegen, dass der Enzymtest „zur Feststellung von Spermaspuren […] für sich allein forensisch nicht relevant“ ist.

Alle Frauen produzieren kontinuierlich, also die ganze Zeit, Prostataflüssigkeit.
Genauso wie Männer.
Alle Männer produzieren kontinuierlich, also die ganze Zeit, Prostataflüssigkeit:

„Der Nachweis der kontinuierlichen Sekretion der weiblichen Prostata [ist] analog zur kontinuierlichen Sekretion der männlichen.“ (Zaviačič)

Zaviačičs Forschungen auf diesem Gebiet haben maßgeblich zu einer kritischen Einschätzung des Verfahrens beigetragen.

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